Archiv für die Kategorie ‘Essen und Trinken’

Portugiesische Küche

Dienstag, 31. Mai 2011

Die portugiesische Küche zeichnet sich durch ihre Vielfältigkeit aus. So folgt sie in mancherlei Hinsicht einer iberischen Tradition, allerdings sind auch die Einflüsse aus den ehemals kolonisierten Gebieten nicht zu übersehen. Die maurische Herrschaft, unter der Portugal Jahrhunderte lang regiert wurde, hinterließ gleichwohl auch nordafrikanische Elemente, zu denen unverkennbar der immer noch starke Verbrauch von Zimt, Zucker und Gewürzen und vor allen Dingen Eidotter zählen.

Der Bacalhau gilt als portugiesisches Nationalgericht. Schon ab dem dreizehnten Jahrhundert spielt diese Art Salz- und Trockenfisch eine prägende Rolle für die Ernährung der portugiesischen Bevölkerung. Man sagt heute, für jeden Tag im Jahr gäbe es ein anderes Bacalhau-Gericht. Das zeige, wie vielfältig dieses Gericht variiert werden kann. Sardinen waren lange Zeit eines der billigsten Nahrungsmittel in Portugal. Sie sind auch heute noch eine traditionelle Speise. Fisch und viele andere Meeresprodukte sind die Eiweißlieferanten für die portugiesische Küche. Mit ihnen werden Gerichte wie Ameijohas, Caldeirada, Rissois oder Arroz de Marisco zubereitet.

Typisch sind weiterhin viele Suppen. Die Caldo Verde ist eine Kartoffel-Grünkohl-Suppe, die meist mit Maisbrot (Broa) und Chourico gegessen wird. Sopa alentejana ist eine Suppe mit Brot, Knoblauch, Olivenöl, Ei und Koriander. Fleisch wurde in der Vergangenheit in Portugal nur selten verzehrt, dennoch sind Würste (Enchidos) weit verbreitet. Das populärste Schnellgericht ist wohl die Francesinha. Die Käserei hat im Lande eine Jahrhunderte alte Tradition.

Einen ganz besonderen Platz nehmen Süßspeisen in Portugal ein. Aus der Stadt Santa Maria de Belém stammen die berühmten, nach ihr benannten Pasteis.

Portugal ist vor allem auch für seinen Wein bekannt. Schon in der Zeit der alten Römer assoziierte man Portugal mit Bacchus, dem Gott der Feste und des Weines. Verschiedene portugiesische Weine zählen zu den besten in der Welt. Die bekanntesten sind wohl der Vino Verde, ein spritzig-moussierender Weißwein, sowie der Portwein, der zur besseren Lagerfähigkeit mit Weindestillat angereichert wird. Er wird in dieser Spitzenqualität eigentlich nur in Portugal hergestellt.

Portwein

Donnerstag, 10. Februar 2011

Der Begriff Portwein bezeichnet einen roten, manchmal auch weißen, Süßwein, der einer der Klassiker aus der Welt der Weine ist. Je nach Jahrgang und Qualität erfolgt der Ausbau dieses Weines mit verschiedenen Verfahren. Daraus resultieren unterschiedliche Qualitätsstufen und Reifegrade wobei die Herstellung aufwändig und kostenintensiv ist. Echter Portwein kommt ausschließlich aus Portugal.

Weinbau und Weinherstellung gewannen erstmals mit der römischen Kolonisierung eine gewisse Bedeutung in der Region des heutigen Portugals. Im Tal des Douro jedoch, an dessen Mündung in den atlantischen Ozean die Stadt Porto liegt, wurde schon zuvor Wein angebaut. Hier wurde auch die Tradition der Herstellung von Portwein geboren. Da zwischen England und Frankreich im 17. Jahrhundert denkbar schlechte Beziehungen herrschten und die Nachfrage nach Wein in Britannien immer mehr zunahm, suchte die englische Kaufmannschaft nun in Portugal und Spanien nach neuen Quellen. Die Lieferung portugiesischen Weines nach England verschaffte portugiesischen Fischern im Gegenzug das Recht, vor den britischen Küsten Kabeljau zu fangen.

Die eigentliche Herstellung von Portwein unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten von der Herstellung anderer Weine. Die Trauben werden zunächst handverlesen und danach gepresst. Der bald gärende Most wird sodann einer Vinierung unterzogen. Das heißt, er wird mit einem hochprozentigen Weindestillat aufgespritet. Die Gärung wird dadurch gestoppt und es verbleibt deutlich mehr Restzucker im Wein. Zu welchem Zeitpunkt der Gärung die Vinierung vorgenommen wird, bestimmt den Anteil des verbleibenden Restzuckers. Der Alkoholgehalt von Portweinen ist durch die Zugabe von Weindestillat natürlich auch höher als bei anderen Weinen. Gleichzeitig wird dadurch die Lagerfähigkeit erhöht. Portweine haben im Volumen einen Alkoholanteil von 19 bis 22 Prozent. Der Portwein wird nun mindestens zwei Jahre gelagert und reift in dieser Zeit, während der er nur wenig atmet. Dem Wein wird die Zeit gegeben, recht langsam zu reifen. Frühestens nach 2 Jahren wird die erste Verkostung vorgenommen auf Grund welcher entschieden wird, welche Weine zum Ausbau geeignet sind oder welche schon in den Handel gelangen.