Archiv für Februar 2011

Portwein

Donnerstag, 10. Februar 2011

Der Begriff Portwein bezeichnet einen roten, manchmal auch weißen, Süßwein, der einer der Klassiker aus der Welt der Weine ist. Je nach Jahrgang und Qualität erfolgt der Ausbau dieses Weines mit verschiedenen Verfahren. Daraus resultieren unterschiedliche Qualitätsstufen und Reifegrade wobei die Herstellung aufwändig und kostenintensiv ist. Echter Portwein kommt ausschließlich aus Portugal.

Weinbau und Weinherstellung gewannen erstmals mit der römischen Kolonisierung eine gewisse Bedeutung in der Region des heutigen Portugals. Im Tal des Douro jedoch, an dessen Mündung in den atlantischen Ozean die Stadt Porto liegt, wurde schon zuvor Wein angebaut. Hier wurde auch die Tradition der Herstellung von Portwein geboren. Da zwischen England und Frankreich im 17. Jahrhundert denkbar schlechte Beziehungen herrschten und die Nachfrage nach Wein in Britannien immer mehr zunahm, suchte die englische Kaufmannschaft nun in Portugal und Spanien nach neuen Quellen. Die Lieferung portugiesischen Weines nach England verschaffte portugiesischen Fischern im Gegenzug das Recht, vor den britischen Küsten Kabeljau zu fangen.

Die eigentliche Herstellung von Portwein unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten von der Herstellung anderer Weine. Die Trauben werden zunächst handverlesen und danach gepresst. Der bald gärende Most wird sodann einer Vinierung unterzogen. Das heißt, er wird mit einem hochprozentigen Weindestillat aufgespritet. Die Gärung wird dadurch gestoppt und es verbleibt deutlich mehr Restzucker im Wein. Zu welchem Zeitpunkt der Gärung die Vinierung vorgenommen wird, bestimmt den Anteil des verbleibenden Restzuckers. Der Alkoholgehalt von Portweinen ist durch die Zugabe von Weindestillat natürlich auch höher als bei anderen Weinen. Gleichzeitig wird dadurch die Lagerfähigkeit erhöht. Portweine haben im Volumen einen Alkoholanteil von 19 bis 22 Prozent. Der Portwein wird nun mindestens zwei Jahre gelagert und reift in dieser Zeit, während der er nur wenig atmet. Dem Wein wird die Zeit gegeben, recht langsam zu reifen. Frühestens nach 2 Jahren wird die erste Verkostung vorgenommen auf Grund welcher entschieden wird, welche Weine zum Ausbau geeignet sind oder welche schon in den Handel gelangen.